
1 Einleitung
1 Einleitung
1.1 Methanogene Archaeen
Archaeen bilden neben Bakterien und Eukaryoten die dritte Domäne des Lebens
und werden weiter in Crenarchaeota und Euryarchaeota, zu welchen auch die
methanbildenden Archaeen gehören, unterteilt (1). Methanothermobacter
marburgensis wurde aus Klärschlamm isoliert und gilt mit einem pH- und
Temperaturoptimum von 7 bzw. 65°C als thermophil (2-5). Methanocaldococcus
jannaschii dagegen ist ein hyperthermophiles methanogenes Archaeon und kommt
natürlicherweise in hydrothermalen Tiefseequellen (Weißer Raucher) bei 48-94°C,
200 atm, einem pH-Wert von 5,2-7,0 und bei einem eher moderaten Salzgehalt von
1,0-5,0 % vor (6, 7). Methanopyrus kandleri ist nicht nur ein extrem
hyperthermophiles sondern ebenso ein stark halophiles Archaeon, das mit einem
Temperaturoptimum von 98°C und einem intrazellulären Salzgehalt von 1,1 M
trianionischem cDPG (cyclisches 2,3-Diphosphoglycerat) sowie bis zu 3 M K
+
an
seinen Lebensraum in hydrothermalen Schloten angepasst ist (8, 9).
Alle hier beschriebenen Methanbildner sind gram-positive, obligate Anaerobier
und kommen mit H
2
und CO
2
als alleiniger Energie- und Kohlenstoffquelle aus. Nicht
nur die Anpassung an extreme Habitate durch spezielle genomische, strukturelle und
enzymatische Eigenschaften ist aus strukturbiologischer Sicht interessant. Auch die
Tatsache, dass jährlich ca. 1 Milliarde Tonnen des Treibhausgases Methan als
Abbauprodukt organischen Materials z.B. im Boden unter Reisfeldern oder im
Verdauungstrakt von Wiederkäuern durch methanogene Archaeen gebildet werden,
machen diese im Hinblick auf die globale Erwärmung zu einem wichtigen
Forschungsobjekt (10, 11).
Der CO
2
-reduzierende energiekonservierende Stoffwechselweg, wie er in oben
genannten Methanogenen ohne Cytochrom vorkommt, besteht aus zwölf
Reaktionsschritten (siehe Abbildung 1.1) (12). Zunächst wird Kohlendioxid durch die
Formylmethanofuran-Dehydrogenase (Fmd) an den C
1
-Carrier Methanofuran (MF)
gebunden und hierbei zu Formylmethanofuran reduziert. Fmd enthält Eisen-
Schwefel-Cluster und Molybdopterin bzw. ein entsprechendes Wolfram-Analogon als
prosthetische Gruppen (13, 14). Durch die Formylmethanofuran:H
4
MPT-
Formyltransferase (Ftr) wird die Formylgruppe im nächsten Schritt auf
Tetrahydromethanopterin (H
4
MPT), ein Tetrahydrofolat-Analogon und weiteren C
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-
Carrier, weitergegeben (15, 16). Im dritten Schritt wird nun Formyl-H
4
MPT von der
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